Thursday, May 23, 2013

More Appventures!

Und wieder habe ich einige meiner Ansicht nach tolle und lohnenswerte Apps für Android im Gepäck, die ich im Laufe der letzten Wochen seit Besitz meines Smartphones geangelt habe. Wie bereits im ersten Artikel dieser Reihe geschrieben, wurden alle Apps auf meinem Samsung Galaxy S3 ausprobiert.

Mighty Dungeons von Laylio Games
Wie schon bei Talisman: Prologue HD, ist auch Mighty Dungeons eine Brettspielumsetzung. Allerdings keine lizensierte, sondern eine freie. Vorbild für Mighty Dungeons war das populäre "rollenspieleske" HeroQuest von Games Workshop. Auch hier wählt man einen von derzeit 9 Charakteren aus (neben den Klassikern sind darunter so abgefahrene wie ein Feuerdämon und ein Steingolem) und begibt sich in eine Abenteuerkampagne. Ähnlich wie auch bei HeroQuest werden hier einzelne Szenarien durch eine Geschichte miteinander verknüpft. In der klassischen Draufsicht tippt man sich in Echtzeit durch die Gänge und Räume, "genießt" Regelumsetzungen wie Fallen und Sichtlinie, öffnet Türen, plündert Räume und kloppt sich mit jeder Menge Monster (die per Silbengenerator individuelle Namen haben, also nicht bloß "Goblin" sondern "Buglagog" oder ähnlich). Die Kämpfe selbst sind dann rundenbasiert. Interessant ist, daß das Kampfsystem zwar so simpel wie beim Brettspielvorbild ist, aber doch ein paar Feinheiten aufweist, u.a. gibt es Trefferzonen. Tippt man auf Gliedmaßen des Gegners, hat man die Chance auf saftige Krits, riskiert aber auch eine höhere Fehlschlagsquote. Besondere Auswirkungen bei Arm- oder Beintreffern sind (mit Glück) Reduzierungen in Angriff oder Verteidigung. Trifft man den Kopf, ist der Schaden deutlich höher und man verursacht eventuell auch den Verlust von Geisteskraft, was sich u.a. auf den Magieeinsatz auswirkt. Denn natürlich kann man auch zaubern, zumindest mit einigen der Klassen (mit manchen Klassen ist das Spiel schwerer als mit anderen, also bestimmt die Wahl der Klasse auch die Herausforderung).


Im Dorf, zu dem man nach Beendigung eines Szenarios (oder jederzeit zwischendurch, wenn man aufgibt) zurückkehrt, kann man Tränke und Ausrüstung kaufen, etwa neue Waffen oder Rüstungen. Sein mühsam erkämpftes Gold muß man aber auch in die Reparatur von Gegenständen stecken, da diese eine begrenzte Anzahl von Anwendungen haben (Waffen und Rüstunge nutzen sich ab). Insgesamt ist Mighty Dungeons ein simples, aber unterhaltsames Hack'n'Slay-Spielchen, daß grafisch liebevoll und hübsch umgesetzt worden ist. Auch der Umfang stimmt und es werden neue Kampagnen entwickelt. Wer gerne HeroQuest-Clones spielt und nicht immer die Mitspieler für eine Tischrunde parat hat, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Und wer ganz verzweifelt ist, weil ihm nix für seine Rollenspielrunde einfällt, kann bequem die Dungeonkarten der einzelnen Szenarien z.B. für seine Dungeonslayers-Runde verwenden.
Mighty Dungeons gibt es für Android und iPhone und kostet ca. 2 Euro. Eine kostenlose Demo ist auch verfügbar.

Knights of Pen & Paper von Behold Studios
Nachdem mich Jan von "De Malspöler" in den Kommentaren zu  meinem ersten "Appventure"-Artikel darauf hingewiesen hat, mußte ich das Game natürlich mal ausprobieren. Und es ist wirklich unterhaltsam! In Knights of Pen & Paper übernimmt man eine Rollenspielrunde, die mit ihren jeweiligen SL und Charakteren auf Abenteuer ausziehen. Das besondere daran ist nicht die extreme und äußerst charmante Retro-Optik, sondern der Umstand, daß man gleichermaßen im Abenteuer wie auch auf der Metaebene spielt - weil man nämlich seine Spielrunde verwalten muß. Zu Beginn hat man nur zwei Spieler, die man aus einer Liste auswählen kann (jeder hat seine Besonderheiten, etwa Oma, die "laut" ist und damit den Threat-Level ihres Charakters erhöht, oder der kleine Bruder, der quirlig ist und +5 auf Initiative erhält) und dann mit einer Klasse (d.h. Charakter wie Paladin oder Schurke) ausstattet. Am Spieltisch in der Mitte des Bildschirms ist jedoch Platz für 5 Spieler. Diese muß man nach und nach kaufen - durch Dollar, die man während der Abenteuer verdient. Doch nicht nur neue Spieler, auch den Spieltisch kann man den Bedürfnissen anpassen. Ein goldener Spieltisch etwa generiert mehr Gold nach gewonnenen Kämpfen, ein Tisch aus Stein dagegen erhöht die Chance auf kritische Treffer. Auch mit Snacks und Drinks kann man seine Spieler (ergo: Charaktere) bei Laune halten - auch hier hat jedes Objekt andere Auswirkungen. Kekse erhöhen Magie, Cola gibt +1 auf Würfelwürfe. Es ist schräg und sehr lustig. Doch da hört es nicht auf, Mobilar fürs Spielzimmer, Haustiere, Bücher auf dem Spieltisch oder neue Auslegeware sorgen für bestimmte Effekte, die das Spielgeschehen buffen. Und zu guter Letzt kann man sogar den Spielleiter austauschen!


Kommt es während der recht einfach gestrickten Quests zu Kämpfen, kann man die Schwierigkeit selbst bestimmen, indem man zusätzliche Gegner hinzufügt. Die Gefahr steigt, doch die EP und der Loot ebenfalls. Das ganze wird natürlich von den Spielern am Tisch mit witzigen Einzeilern kommentiert. Überhaupt gibt es hin und wieder Dialoge zwischen SL und Spielern, die wohl jedem Rollenspieler ein Schmunzeln entlocken werden - hat man es doch selbst sicher schon einige Male erlebt. Die Kämpfe selbst laufen rundenbasiert ab und je nach Charakterklasse hat man diverse Auswahlmöglichkeiten, was man pro Runde machen möchte. Bei Stufenaufstieg kann man jede Klasse in mehreren typischen Fähigkeiten steigern.
Knights of Pen & Paper ist ein äußerst gelungener Zeitvertreib und birgt eine gewisse Suchtgefahr. Für die herrliche und sehr humorige Umsetzung eines "Rollenspieltisches" allein lohnt sich die Anschaffung.
Knights of Pen & Paper gibt es für Android und iPhone und kostet ca. 2 Euro.

Bit Dungeon von KintoGames
Dieses kleine Action-RPG ist eine Reminiszenz an frühe Japano-RPG-Zeiten, wie "The Legend of Zelda". Mit einem kleinen Charakter wird man in die Mitte eines Verlieses geschmissen, aus dem man nun Level für Level entkommen muß. Dabei kloppt man in Echtzeit Gegner um und nimmt deren Zeugs. Alles sehr klassisch. Gewinnen kann Bit Dungeon durch seine hübsche und sehr saubere 16bit-Retro-Optik und das bis auf einige Abstriche flüssige und intuitive Gameplay. Man tippt an die Stelle des Raumes, wo man hin möchte, und der kleine Held setzt sich in Bewegung. Kreuzt er dabei den Pfad eines Monsters, beginnt er selbständig zu kämpfen. Durch langen Druck auf den Helden aktiviert man seine Verteidigungshaltung, während der er von Geschossen nicht getroffen werden kann. Drückt man länger und wischt dann in eine Richtung, setzt er sein aktivertes Special ein - etwa einen Wirbelangriff oder Blitzschläge. Dieses verbraucht magische Energie, die man - ebenso wie seine Lebenspunkte - durch gefundene Tränke wieder auffüllen kann.


Tötet man Gegner, lassen diese hin und wieder Gegenstände fallen, mit denen man sich ausrüsten und so langsam seine Werte verbessern kann. Nett ist, daß man die unterschiedlichen Waffen, Helme, etc. am Charakter sichtbar sind und dessen Aussehen verändern. Ein Erfahrungssystem ist eingebaut, man definiert sich also nicht bloß über Gegenstände. Was allerdings hin und wieder stört, ist, daß man Gegenstände immer in Truhen findet. Um herauszufinden, was in einer Truhe ist, muß man auf die Truhe tippen und den Finger gedrückt lassen. Da alles recht klein dargestellt ist, taucht der Gegenstand und seine Beschreibung immer unter dem Finger auf, so daß man ihn nur dann einigermaßen erkennen und lesen kann, wenn man den Finger hin und her bewegt und die Verzögerung ausnutzt, bevor der Gegenstand nachgezogen wird. Überhaupt versperren die eigenen Flossen bisweilen die Sicht aufs Geschehen. Davon abgesehen ist Bit Dungeon ein netter Retrospaß und für den kleinen Preis ideal für zwischendurch: Raum von Monstern befreien, Loot und Schlüssel sammeln, Tür aufmachen, nächster Raum - bis zum Endgegner in der letzten Kammer, nach der das Spiel automatisch speichert. Auch ist das Spiel - im Gegensatz zu seinen Vorbildern wie Zelda - nicht besonders anspruchsvoll oder herausfordernd. Allemal also ein "Casual Crawler". Laut Entwicklerseite ist mit "Bit Dungeon II" ein Nachfolger in Arbeit.
Bit Dungeon gibt es für Android und iPhone und kostet ca. 1 Euro.

Monday, May 20, 2013

SOKO RPG - Notruf: Polizei-Rollenspiel

Ein Gastbeitrag von Liam Kerrington.

Vielen Dank, Argamae, für die Gelegenheit, auf Deinem Blog ein paar Gedanken zu einem besonderen Rollenspielthema zu besprechen. Dieser Artikel ist als erster und einleitender Beitrag in einer Serie gedacht, in welchem ich mich der Idee widme, eine Polizei-Ermittlung oder sogar eine Polizei-Kampagne als Gegenstand im Rollenspiel zu machen. Ausgangspunkt ist dabei, dass die Spieler als Polizeibeamte oder -kräfte den Kampf gegen Kriminelle aufnehmen.

Wer Spiele wie ‚Private Eye‘ oder ‚Call of Cthulhu‘ kennt oder gespielt hat, der weiß, wie nah ‚typische‘ Krimi- und Detektivgeschichten oder -arbeit am Rollenspiel dran sind. Und – etwas abstrakt, gleichwohl zutreffend – das gilt auch für so ziemlich jedes andere Rollenspielabenteuer, wenn die SpielerInnen mit ihren Charakteren Hinweise sammeln und bewerten, Nichtspielerfiguren befragen, ihre Schlüsse daraus ziehen und am Ende „den Bösewicht“, „Gegner“ oder was auch immer finden oder entlarven und nicht selten sogar stellen, was auch schon mal in den berühmten „Endkampf“ münden kann. Daher liegt es nicht ganz fern, zumindest zu überlegen, die rollenspielerischen Herausforderungen auszudehnen und in den besonderen Freiräumen und Rechten der Polizei einerseits sowie andererseits ihren Pflichten und Grenzen zu suchen und zu erspielen.

Letztes Jahr sah ich mir die ersten drei Staffeln der amerikanischen Serie „The Wire“ an; das war gewissermaßen die ‚Inception‘, da ich seither den Gedanken über Polizei-Rollenspielerei in meinem Kopf hin und her rolle. Mit Hilfe des Tanelorn-Forums sowie den Ratschlägen aus meinem Freundeskreis habe ich eine kleine Liste lesenswerter Rollenspiel-Quellenbücher zusammengetragen, die vermutlich geeignete Kandidaten für ein entsprechendes Spiel bzw. Vorbereitungen für ein solches sind, ohne sich umfangreich mit Gesetzen, Verordnungen und „echter“ Polizeiarbeit auseinandersetzen zu müssen. Und das sind die Perlen:
  • GURPS - Cops und SWAT
  • Crime Scene - Forensics; Police Investigation
  • Cthulhu Now
  • Terror Network - (!)
  • Tales of the 13th Precinct
  • Mutant City Blues
  • Cyberpunk
  • Judge Dread
  • CRIME FIGHTER und SHU sind vergriffen, C.O.P.S. (ein französisches RPG) fällt aus Sprachgründen völlig aus
Die Titel habe ich zum Teil kommentiert; den Verlauf der Empfehlungsdiskussion könnt Ihr hier nachlesen.

Nahezu abschließend für diesen Artikel und damit vorbereitend für die nachfolgende Beitragsserie empfehle ich, dass Ihr Euch ein bestimmtes YouTube Video von „The Gentleman Gamer“ aus England anseht. Er hatte vor wenigen Jahren eine … beeindruckende … Rollenspielerfahrung mit einem Polizeirollenspiel gesammelt. Bevor ich irgendetwas spoilere, seht es Euch an – ab Minute 1:22:


To cut things short: Allein mit Blick auf das Polizei-Thema fallen mir auf Anhieb neun unterschiedliche Probleme auf, die „The Gentleman Gamer“ in diesem Video umschrieben hat. Daneben gibt es noch diverse weitere Dinge, die Spielleiter vielleicht berücksichtigen sollten; über die werde ich – vermutlich – wohl keine Worte verlieren … In den folgenden Beiträgen geht es also unter anderem neben den angesprochenen „Neun Problemen“ um folgende Themen: Detailtiefe und Plausibilität des Polizeirollenspiels, Rollen des Spielleiters, Schwerpunkte und besondere Herausforderungen des „Ermittlungsspiels“ für die Spielgruppe uvm. Bis dahin!

Liam

Tuesday, May 14, 2013

Appventure!

Seit ich letzte Woche aus jahrelangem Dahinsiechen in den Niederungen der mobilen Kommunikationsgesellschaft durch den Besitz meines ersten Smartphones "errettet" wurde, begann natürlich das Eintauchen in die bodenlose Welt der schönen, bunten Apps.

Ganz besonders haben mich da natürlich Apps zu meinem Lieblingshobby interessiert und in diesem Artikel möchte ich meine ersten Erfahrungen mit einigen Anwendungen beschreiben sowie Kauftipps zu Apps rund um Abenteuerspiele geben. Getestet habe ich alle Apps auf einem Samsung Galaxy SIII mit dem Betriebssystem Android 4.1.2. Soweit ich weiß, gibt es alle vorgestellten Apps aber auch für Apple's iOS.

Den Anfang macht eine Brettspiel-umsetzung, nämlich TALISMAN von Games Workshop. Die bislang erhältliche Version, die auch für den PC verfügbar ist, nennt sich "Prologue" und ist im Grunde eine Art Appetizer auf das eigentliche Talisman, das man ja bekanntlich mit mehreren Spielern zockt. Ergo: Talisman Prologue HD kann man lediglich allein spielen. Dies geschieht mittels des Quest-Systems und einer vorbestimmten Auswahl an Helden-Charakteren aus Talisman. Pro Held kann man bis zu 5 Quests unternehmen, wobei man mit dem Krieger beginnt und nach Beenden der ersten Queste eine weitere sowie die erste der nächsten Heldenfigur freischaltet. Diese Questen werden auf dem ganz regulären Talisman-Brett gespielt, enden aber, nachdem man die entsprechenden Aufgaben beendet hat. So muss der Krieger in der ersten Queste "Training" ein paar Waffen finden oder auf ein bestimmtes Feld gehen.

Bewertet werden die Quests durch ein Sterne-Ranking, wobei 3 Sterne für das Maximum stehen. Eine bessere Wertung erzielt man, indem man die Queste in möglichst wenig Zügen abschließt. Das dies bei Talisman natürlich auch arg zufallsabhängig ist, sollte nicht verwundern.
Die Darstellung von "Prologue HD" ist ganz klar auf ein Tablet ausgelegt, auf meinem SIII war es schon arg klein. Dennoch konnte ich es relativ problemlos spielen, manchmal mußte man zwei-, dreimal öfter tippen, um einen Schaltknopf zu treffen. Die Spielgrafik ist sehr detailliert und sowohl Artwork als auch Atmosphäre der Brettspielvorlage werden sehr gut eingefangen. Kämpfe und Interaktionen werden mit schöner Musik untermalt und durch Effekte aufgewertet; die Würfel rollen mit stimmigem Sound animiert übers Brett und jederzeit können alle Elemente des Charakters sowie Spielbretts eingesehen werden. An der technischen Umsetzung gibt's imho nix zu meckern. Habe jetzt drei Questen mit dem Krieger, Troll und Druiden abgeschlossen und noch immer viel Spaß an dem Spiel - schätze aber, daß sich das Solospiel irgendwann erschöpft. Es motiviert vermutlich etwas, in allen Quests 3 Sterne zu erlangen, aber Talisman ist eben ein Mehrspieler-Spiel. Und dieser Teil soll in diesem Sommer nachgeschoben werden. Bin schon gespannt.
Talisman Prologue HD kostet ca. 4,50 Euro.

Die zweite App, die ich erwähnen möchte, heißt Prime Dice D&D von Rambutan, Version 2.5.0. Es gibt haufenweise Würfel-Apps, aber diese gefällt mir besonders gut. Man kann alle gängigen Würfelsorten auswählen (W2 bis W100) und mit der kostenpflichtigen Pro Version des Spiels gibt's auch die Zocchi-Würfel (wie den W7 oder W14) und man kann sogar eigene Würfel kreieren (Würfeltyp auswählen und die Würfelflächen mit Bilddateien belegen). In der Basis-Version ist die App kostenlos, simuliert das Werfen der Würfel mit 3D-Modellen und Sound, wobei man aus 9 Oberflächen auswählen, eigene Hintergründe hochladen und "Tische" vorbereiten kann (ein "Tisch" lädt dann den vorbestimmten Hintergrund nebst Würfelsorten und deren Anzahl). Eine automatische Summierfunktion läßt auf einen Blick die Gesamtaugenzahl erkennen. Die in der Basis-Version eingeblendete Werbeleiste ist verschmerzbar und stört kaum. Auch kann man in dieser Version eigene W2 erstellen - sie werden als Münze simuliert, deren beide Seiten man mit eigenen Bildern versehen kann. Cool!
Prime Dice D&D ist in der Basis-Version kostenlos und in der Pro Version für 1,50 bis 3 Euro zu haben.

Als letzte App für heute kommt ein Game an den Start: PIXEL DUNGEON. Dies ist ein sogenannter "roguelike" - ein Dungeon Crawler, dessen unterirdische Umgebungen immer wieder neu per Zufall generiert werden und in dem man sich langsam von Level zu Level "grindet". Was Pixel Dungeon unterhaltsam macht, ist seine sehr charmante und blitzsaubere Retro-Optik und die für ein Smartphone perfekt angepasste Antipp-Spielmechanik. Es gibt deutlich komplexere und umfangreichere Vertreter dieser Art von Rollenspiel, aber ich finde, daß die Mischung hier die perfekte Balance zwischen Casual-Simplizität und Retro-Anspruch trifft. Es gibt drei Charakterklassen, zahlreiche Gegenstände zum Ausrüsten oder Entdecken (Tränke werden etwa nur durch ihre Farbe unterschieden - welchen Effekt der Trank hat, muß man für jedes neu begonnene Spiel durch Ausprobieren herausfinden), der Schwierigkeitsgrad ist nicht mörderisch (aber auch kein Spaziergang) und man kann durchaus taktische Entscheidungen treffen. Typisch ist z.B. der "fog of war": Gelände und Hindernisse schränken das zu sehende Spielfeld ein. Die kleinen Pixel-Monster sind niedlich animiert und kleine Effekte wie Blutspritzer lassen zusammen mit den altmodischen Soundeffekten ein schönes Trefferfeedback entstehen. Wenn man tot ist, ist man tot. So ist das in roguelikes!
Pixel Dungeon ist kostenlos.

Ich hoffe, es war was interessantes dabei und ich habe nicht nur alte Kamellen aufgewärmt - die Gefahr besteht, da ich ja erst frisch gebackener Smartphone-Besitzer bin und gerade erst viele Dinge entdecke. Genug Stoff für einen Folgeartikel zu "Appventure!" ist jedenfalls vorhanden...